Sämtliche Planungsspiele und guten Vorsätze bringen Ihnen nichts, ausser dem Risiko, dass Sie es doch wieder lassen. Deshalb: Jetzt aufstehen, Laufschuhe anziehen und los geht´s! Dass Ihr Training später doch einer Planung unterzogen wird, ist selbstverständlich.

In den ersten Wochen sprechen wir zunächst einmal davon, in die neue Sportart rein zu schnuppern, die körperliche Aktivität zu genießen und den Körper allmählich an die Belastungen zu gewöhnen.

Zwei Dinge sollten hierbei selbstverständlich sein: Erstens fragen Sie nach längerer Inaktivität Ihren Arzt, ob und wie er den Einstieg in diesen wunderbaren Sport gestalten würde (sollte Ihr Arzt Triathlon kategorisch ablehnen, empfehle ich Ihnen, eine zweite Meinung einzuholen). Zweitens liegt es auf der Hand, dass Sie sich nicht vom Couch-Potatoe innerhalb von vier Wochen zum Ironman-Finisher wandeln werden. Bei allem Ehrgeiz und Training nicht! Entsprechend gering dosiert wird die oben genannte Gewöhnung an die Belastung ausfallen. Das war die schlechte Nachricht. Die gute ist, dass Sie bei entsprechend langfristigem, sinnvollem Training gepaart mit ausreichend Regeneration und eisernem Willen Ironman-Finisher werden können.

Klar definierte und realistische Ziele

Eines scheint mir jedoch ebenso wichtig: Bei allen von mir ausgeübten Sportarten war für mich immer die Erreichung eines klar definierten Zieles entscheidend. Nicht eine schwammige Aussage wie: "Ich werde durch entsprechendes Training eine Halbironmandistanz bewältigen.", sondern ein exakt definiertes Ziel: "Ich werde im August 2011 den Halb-Ironman in Wiesbaden finishen!".

Ihr ganzes Training wird auf diesen einen Tag abgestimmt sein. Vor allem aber, haben Sie dieses Datum vor Augen. Bei jeder Trainingseinheit! Sie wissen, wofür Sie trainieren. Ohne dieses Ziel hätten Sie sonst irgendwann während eines Selbstgesprächs beim Laufen auf die Frage: "Wofür tue ich mir das alles an?" keine passende Antwort parat...

Ihr selbst erklärtes Ziel sollte nicht nur klar definiert, sondern auch realistisch sein. Unrealistische Zielsetzungen führen nur zu Frustration. Seien Sie ehrlich mit sich selbst, fordern Sie sich aber auch!

Bestandsaufnahme

Eine gute Idee ist es, zunächst einmal ein Bestandsaufnahme zu machen.

Gehen Sie in Schwimmbad und schwimmen Sie einfach mal los. Wie weit kommen sie problemlos? 100 Meter? Klasse! Bei meinen ersten Kraulversuchen im Dezember 2007 schaffte ich keine 50 Meter am Stück. Inzwischen sind 4000 Meter kein Problem mehr und die bange Frage, ob ich je in der Lage sein werde die 3800 Meter für die Ironmandistanz "irgendwie" zu bewältigen, stellt sich nicht mehr.

Gehen Sie laufen. Wichtig ist es, ein sehr langsames Tempo zu wählen. Lieber langsam laufen und dafür etwas länger. Sie fragen sich, was die Leute sagen, wenn Sie so gemütlich durch den Wald laufen? Das kann und muss Ihnen egal sein! Sie haben Ihr Ziel und das was Sie im Moment machen, ist der erste konsequente Schritt in Richtung dieses Zieles.

Gehen Sie eine Runde Rad fahren. Sie müssen hierzu keine Zeitfahrmaschine besitzen. Ihr altes Rennrad ist gut hierfür und auch ein Mountainbike ist in Ordnung. Fahren Sie eine Stunde und stellen Sie danach fest, wie Sie sich fühlen. Auch hier wählen Sie das Tempo so, dass Sie die Belastung zwar spüren, es Ihnen dabei aber immer gut geht.
Na, wie hat sich das alles angefühlt? Gönnen Sie sich eine Pause und genießen Sie das tolle Gefühl etwas geleistet zu haben und die ersten Schritte Richtung Ziel unternommen zu haben.